Mit Auto, Hänger und Mopeds nach Portugal

Frank Bick
Auch in 2011 wird die xChallenge weiterhin die Straßen und Pisten Europas entlang getrieben. Die erste Tour des Jahres geht nach Portugal. Zusammen mit Thomas Müller aus Moers wird ein Hänger beladen. Meine xChallenge sowie eine HPN-BMW kommen auf den Hänger. Beide Fahrzeuge erhielten vor der Reise einen Reifenwechsel auf Continental TKC 80. Diesmal soll die xChallenge mehr im Gelände bewegt werden und ich gönne ihr und mir die Lenkererhöhung von Touratech. Die Reise geht zur Bikers-Farm im einsamen und wilden Alentejo von Cheyenne und Zora: http://rebel-tattoo.com

Weitere Details zur Ausrüstung der Fahrzeuge sind unter den anderen Artikeln eingepflegt. Hier nun ein paar kommentierte Fotos von der Anreise und der Bikers-Farm sowie der schönen einsamen Umgebung.

Portugals Straßen sind gut befahrbar, die kleinen Dörfer im Inland beschaulich. Die Menschen sind freundlich und die Preise aus deutscher Sicht sehr human. Ein Kaffee unter einem Euro in gemütlichen Kneipen oder Cafés mit Meerblick ist bei uns sicher nicht mehr erhältlich. Auch die Einkehr zum Mittagessen ist sehr bezahlbar, so kostet ein Menu in einfachen Gaststätten des Alentejo Gebirges etwa 8 Euro.

Die einzigen einheimischen Biker die das Straßenbild prägen, fahren übrigens Zündapp. Sicher kommen die Portugiesen genauso weit mit Ihren Zündapp Mopeds wie wir mit unseren BMWs, nur nicht so schnell und komfortabel.

In den ersten Tagen nach der Ankunft bei Cheyennes Bikers-Farm sind wir wegen der Witterung etweder mit dem Auto oder aber mit Motorrad auf Straßen unterwegs. Der Continental TKC 80 zeigt sehr guten Grip auf dem Asphalt, auch bei Nässe. Auf der xChallenge merkte ich den Unterschied zum serienmäßigen Metzeler Enduro Reifen eigentlich nicht. Beide Reifen sind bis zum Rand in Schräglage befahrbar. Gelegentlich in der Nähe des Limits beginnt der TKC leicht auszubrechen, man hat aber genügend Spielraum sich sofort wieder zu mäßigen. Als Reserve sollten zwei passende Schläuche (und Flickzeug) mitgenommen werden, Schläuche in anderen Größen werfen Falten oder spannen so sehr, das beim Aufziehen des Mantels Beschädigungen unvermeidlich sind. Weil die beiden Vorderreifen von der Reifenfirma beim Aufziehen vertauscht wurden, haben wir diese Vorort von Hand getauscht und etwa 4 Stunden benötigt. Als Hebel für den Reifenwechsel diente der Hauptständer der HPN-BMW. Um den schlauchlosen Reifen der HPN überhaupt aufpumpen zu können, haben wir einen Spannriemen um den gesammten Reifen gespannt. Die Fotos zeigen erste kleine Straßentouren und Eindrücke der Reifenwechselaktion.

Auf Pisten unterwegs zu sein hat für mich dann besonders Bedeutung wenn es schöne Strecken sind, mit schönen Aussichten, einsam und ein wenig urtümlich. Am besten ist es natürlich, wenn man auf Piste sowieso geplante Strecken überbrücken kann oder muss. Um des reinen Geländefahrens willen bin ich nicht unterwegs, da wäre eine richtige Geländemaschine wie zum Beispiel eine Wettbewerbs KTM oder Beta sicher auch die bessere Wahl. Zum Enduro Wandern, gelegentlich auch mit Gepäck ist die G-650 xChallenge aber die richtige Wahl. Portugals Pisten sind leider auf dem Garmin Zumo 660 mit Standard Europakarte nicht erfasst. Wir kreuzten daher mit Hilfe der Landkarte Reise-Know-How-Verlag Portugal 1:350.000, das GPS half dabei Einstiege und Austiege aus der Pistenlandschaft zu finden. Im Alentejo gibt es unzählige Pisten, gesperrt sind davon so gut wie keine. Die Pisten dort sind bei Trockenheit mit jedem Motorrad befahrbar, nur die Geschwindigkeit dürfte sich erheblich unterscheiden.
Die folgenden Fotos dokumentieren unsere Ausflüge über Pisten.

Auf der Rückreise stoppten wir zweimal für einen Tag um noch zwei schöne Tourentage einzulegen, zuerst in der Serra da Estrela Portugals auf dem Camping Quinta das Cegonhas in Gouveia , dann in der Gegend von Biarritz, genau in Saint-Jean-de-Luz in Frankreich. Die ausgesprochen schönen Tagestouren belohnten uns mit Serpentinen und schönen Ausblicken. Die Atlantik-Pyrenäen bei Biarritz sind schon eine eigene Reise wert. Fazit der Reise: Portugal ist zwar weit weg, zum Enduro-Wandern aber wirklich ideal. Rauhe Wildnis dieser Art, mit abgehärteten einfachen Menschen findet man in Europa wohl nur noch im Norden Norwegens in vergleichbarer Art, allerdings bei weitaus kühlerem Klima. Ansonsten müsste man sicher Richtung Osten aufbrechen. Die xChallenge hat sich auch auf dieser Reise wieder bewährt. Mit Geländereifen ausgestattet lässt sich das leichte Fahrzeug mit sensibel ansprechender Federung zügig und im Sitzen über die leichten bis mittelschweren Pisten treiben. Der Spritverbrauch liegt auch im Gelände bei etwa 3,5l auf 100km/h, man kann von mäßiger Umweltverschmutzung sprechen. Der Continental TKC 80 hat nach 1300km bereits die Hälfte des Profils eingebüßt, ich vermute er hält maximal 4000km. Und wir sind nur Pisten und kurvige Landstrassen gefahren, hätten wir die Anreise auf eigener Achse mit diesem Reifen getätigt, wäre er wohl blank vor der ersten Piste. Jeder Motorradfahrer der sich in Portugal aufhält, sollte unbedingt das Raubein und Original Cheyenne und seine Lebensgefährtin Zora auf der Bikers-Farm im Alentejo besuchen, der Unterhaltungswert ist unbezahlbar: http://www.rebel-tattoo.com