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15.Swap Meet Mecrin

Den Kompass neu justieren

Text und Fotos: Peter Su Markus

Samstag, 5. Mai 2012

Alles in allem ein grauer Morgen. Ich sitze am Frühstückstisch. Vor mir die aktuelle Ausgabe des Wochenanzeigers, an dem mich zunächst einmal vor allem anderen die wöchentliche ALDI Beilage und in dieser ein mögliches Angebot nützlicher Werkzeuge interessiert. Das gibt es dieses Mal nicht. Meine Enttäuschung darüber kompensiere ich in dem ich feststelle, dass im Wochenanzeiger das zwingend erforderliche Sparpaket der Duisburger Stadtspitze als etwas beschrieben wird, das es zu besprechen gilt. Um die Vorrausetzung für einen solchen Dialog zu schaffen, müsste es an den Schnittstellen der Entscheidungsträger der Stadt jemanden geben, der seine Aufmerksamkeit auf die Inhalte lenkt, die die Leser des Wochenanzeigers am einem grauen Samstagmorgen zu formulieren wüssten. Eine Möglichkeit, die ich von meiner Position aus eher in Zweifel ziehe.

Nichts desto trotz bittet Frau Justen unter der Rubrik „Übrigens“ am Ende ihres Leitartikelkommentars um Meinungsäußerungen der Leser in Bezug auf das für und wieder dieser Sparmaßnahmen und in Gedanken beschleicht mich ein sonderbar „griechisches“ Gefühl.

Was soll ich sagen. Im Stadttheater war ich in meinem Leben lediglich zu zwei Anlässen. Als 10. oder 11. Jähriger zu einer Weihnachtsvorstellung von Hänsel und Gretel und im letzten Jahr zu einem Festabend der Internationalen Begegnung, der auch an jedem anderen Ort hätte stattfinden können. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen gut vier Jahrzehnte und ich habe nicht das Gefühl das mir das Stadttheater jemals etwas gegeben hätte, das mich tief bewegte oder das es mir in seiner gegenwärtigen Form und Funktion fehlen würde, würde es das Theater so nicht mehr geben. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass es der Kulturszene Duisburgs durchaus nutzen könnte, wenn man das Theater tatsächlich der Duisburger Kulturszene öffnen würde. Aber das war wohl nicht das Thema der Frage.

Für die Rheinhausen Halle gilt ähnliches. Drin war ich, als ich dort in den 80ger Jahren von Vertretern des Stadtsportbundes für sportliche Leistungen mit einer Urkunde und bereits damals wertlosen Gedenkmünzen der Olympiade in Korea geehrt wurde. Alles in allem hatte die Halle zu diesem Zeitpunkt bei mir keinen solch sonderlich bleibenden Eindruck hinterlassen, dass es mir in der Gegenwart sinnvoll erscheint mich für ihren Erhalt stark zu machen. Würde man die Halle wie im Text beschrieben der Duisburger Kulturszene öffnen, würde ich dies begrüßen. Doch so wie ich den Text verstehe, ist dies von offizieller Stelle nicht gewünscht und damit ebenfalls nicht Thema der Frage.

Alle weiteren genannten Punkte scheinen mir soweit in Ordnung zu gehen. Da ich bisher weder die Zeit, noch das Geld, noch die Lust dazu hatte, die breit gefächerte Palette der vom Sparstift bedrohten Angebote zu nutzen, scheint mir alles dazu geeignet mit dem sparen an diesen Stellen zu beginnen. Das grundsätzlich gespart werden muss, sollte bei der Schuldenlast der Stadt jedem Bürger  klar sein. Das Sparen jedem einzelnen Bürger an einer anderen Stelle schmerzt dürfte ebenfalls klar sein. Das man mit dem sparen, statt bei sich selber, lieber bei den anderen anfängt, sowieso.

Zum Ende meiner Gedanken, bleibe ich an der nächtlichen Straßenbeleuchtung hängen. Da ich die Räder meiner Fahrzeuge gelegentlich auch noch spät in der Nacht auf den Straßen unserer Stadt bewege, um die Ruhe und Einsamkeit der Nacht zu genießen, habe ich mich in der Tat schon oft gefragt, ob es wirklich nötig ist, zu einem Zeitpunkt an dem die Summe der Duisburger Bürger hinter zugezogenen Fenstern im Bett liegt, die Straßen ihrer nächtlichen Stadt durch das volle Beleuchtungsprogramm zum Tag zu machen.

Vor dem Haus begibt sich die Nachbarin nach einer kurzen Funktionskontrolle ihres Rollators  trotz einer vorhergesagten Regenwahrscheinlichkeit von 90% im Schleichschritt auf den Weg in Richtung Markt, während mir allmählich klar wird, das sich das triste Grau des Himmels gepaart mit dem Grau meiner Gedanken zu einer gesamt grauen Tagestimmung zu verbinden beginnt. Mit der Frage ob mir das gefällt und der damit verbundenen Suche nach einer mögliche Alternative kommt mir Mecrin in den Sinn.

Leser meiner Texte werden sich an Mecrin erinnern. Wenn nicht, steht der Text ja am Anfang der Gasolin Alley immer noch zur Lektüre bereit. Swap Meet in Mecrin. Jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem 1. Mai, also Morgen. Ich gehe kurz ins Internet um mich davon zu überzeugen, das ich richtig liege und werfe dabei gleichzeitig einen Blick auf das voraussichtliche Wetter in der Region um Mecrin. Ich liege richtig und das Wetter? Regenwahrscheinlichkeit 90%! Also spricht nichts dagegen meinen Standort etwa 400 Kilometer Richtung Süden zu verlegen. Die Klamotten, die ich für diesen Standortwechsel benötige sind in Sekunden zusammengeklaubt und passen mit Zahnbürste und Duschgel in eine schlanke Plastiktüte, die eine knappe Viertelstunde später neben der Fototasche und dem neuen Hörbuch von Josh Bazell, das mit dem aussagekräftigen „Einmal durch die Hölle und zurück“ gute Unterhaltung verspricht, auf dem Rücksitz meines Autos landet.

Noch schnell an der JET für inzwischen schon sagenhafte 1,61 € der Liter die Tankuhr auf voll gestellt und schon geht’s los in Richtung Mecrin. Auf Krefelder Höhe stelle ich fest, dass ich mich allmählich entspanne und mit dem erreichen des Kölner Autobahnrings ist mein Kopf wieder frei aber nicht leer.

Was würde man in Mecrin zu den Duisburger Sparplänen sagen? Ich habe in meinem Text zur 13. Swap Meet bereits erwähnt, das Mecrin in einer der ärmeren Gegenden Frankreichs zu finden ist. Dass sich dort wohl niemand ernsthaft einen Kopf über Sparmaßnahmen einer Oper, Veranstaltungshallen, Schwimmbädern oder sonstigen gesellschaftlichem Wohlstandsluxus betreffend macht, erklärt sich schlicht aus der Tatsache, dass es all dies in Mecrin nicht gibt. Das macht es für das Leben der Menschen dort nicht zwingend leichter, für deren Denken und Handeln jedoch möglicherweise einfacher. Denn in der Begegnung mit diesen Menschen scheint es mir so als würden sie das Leben schlicht so nehmen, wie es nun einmal ist. Lebenswert?!

Das der angekündigte Regen bei Antritt der Fahrt tatsächlich einsetzt und sich bis kurz vor dem erreichen des Ziels an diesem Zustand auch nichts mehr ändert soll, schreckt mich nicht sonderlich. Denn auch dem Regen stehen die Menschen in Mecrin wie ich aus Erfahrung weiß deutlich gelassener gegenüber. Wenn es regnet, dann regnet es eben, was soll’s. Außerdem passt der Regen zur Stimme von Christoph Maria Herbst, der mir nun auf angenehme Weise die Fantasie Josh Bazell’s näher bringt.

Drei CD’s später verlasse ich hinter Metz die Autobahn um die restlichen Kilometer bis Mecrin über Landstraßen hinter mich zu bringen. Der Himmel lässt weiterhin seine Muskeln spielen und zeigt sich von seiner dunklen Seite. Grauschwarz droht er mit einer dicht geschlossenen Wolkendecke beeindruckend Finster bis zum Horizont. Doch obwohl die Wolken über den Hügeln den Boden zu berühren scheinen, ist es seit einigen Kilometern trocken. In Verbindung mit den knallgelben Rapsfeldern die sich in endloser Weite über die Hügel ziehen, würde man dieses Schauspiel in der modernen Umgangssprache wohl als „ganz großes Theater“ bezeichnen. Ich mag diese modernen Ausdrucksformen nicht und zeige mich lieber schlicht beeindruckt.

Das mich ein paar Ortschaften vor Mecrin die mir entgegenkommenden Fahrzeuge mit der Lichthupe grüßen, werte ich nicht als Ausdruck der Freude mich zu sehen. Ich nehme den Fuß vom Gas und finde mich zwei Kurven später in einer Straßensperre der französischen Polizei wieder. Da ich nicht zwei Menschen zeitgleich mit der gleichen Aufmerksamkeit zuhören kann und auch nicht will, drehe ich angesichts des energischen Auftritts französischer Ordnungsmacht Christoph Maria Herbst kurzerhand den Saft ab.

Ob ich des französischen mächtig sei, will der hünenhaft wirkende Beamte wissen, der sich mit einer Hand an seiner Pistole über jeden Zweifel an seiner Macht erhaben, mit festem Stand neben der Fahrertüre aufgebaut hat. Nein, bin ich nicht! Ohne weitere Fragen bezüglich meiner Englischkenntnisse, setzt er das Gespräch in englischer Sprache fort. Woher ich käme? Wohin ich wolle? Lauten seine knappen Fragen. Deutschland! Mecrin! Lauten meine knappen Antworten.

Was ich in Mecrin wolle? Ich überlege kurz, ob ich in der Lage bin es im englischen zu formulieren, dass ich beabsichtige der Last des grauen Alltags positiv entgegen zu wirken und in Mecrin meinen inneren Kompass neu zu justieren. Entscheide mich dann jedoch lieber für die kurze Antwort „Bike Meeting!“. Da er ohne ein weiteres Wort zu verlieren mit meinem Kraftfahrzeug- und Führerschein in einen Mannschaftswagen verschwindet, bin mir nicht sicher ob ihm meine Antwort missfallen hat. Statt seiner kommt wenige Augenblicke später eine Kollegin von ihm mit langen Obelix Zöpfen unter der Kappe und einem himmelblauen Pustefix in der Hand lockeren Schrittes auf mich zugeschlendert. Ob ich Alkohol getrunken habe will sie wissen, was ich höfflich verneine. Mit einer Machtnixgeste schiebt sie mir ihr Pustefix durchs Fenster und fordert mich auf kräftig und lang anhaltend ins Röhrchen zu blasen. Nach dem eindringlichen Ton des genug geblasen Signals zieht sie mir das Röhrchen energisch aus dem Mund und dass Pustefix verschwindet aus meinem Blickfeld um einen Augenblick später wieder vor meinem Gesicht zu erscheinen. Sie hält mir das Gerät so dicht vor die Augen, das es mir schwer fällt, die 0,00 Anzeige auf dem Display abzulesen. Mit sich selbst und der Welt offensichtlich auf einfache Weise zufrieden gestellt, macht sie auf dem Absatz kehrt und trollt sich ebenfalls ohne ein weiteres Wort in Richtung Mannschaftswagen. Nachdem ein paar Minuten nichts weiter geschieht, kommt ein dritter Beamter zu mir an den Wagen um mir meine Papiere zurückzugeben und mir mit einem warnenden Hinweis auf den in absehbarer Zeit zu erwartenden Starkregen eine gute Fahrt zu wünschen.

Ein paar Kilometer später quere ich die Ortseinfahrt Mecrin und habe das Gefühl seit meinem  letzten Besuch vor zwei Jahren den Ort nicht verlassen zu haben. An den wenigen Rasenflächen rund um die Kirche, die das Zentrum des Ortes markiert und von den Dorfbewohnern stolz als die Kirche im Stadtpark bezeichnet wird, stehen die ersten Motorräder mit ihren vor Hitze knackenden langsam abkühlenden Motoren, während sich die Fahrer daran machen ihre Heringe für die Zelte im Boden zu versenken, bevor der Himmel seine Schleusen öffnet. Eine der zentralen Durchfahrtsstraßen wird bereits über die gesamte Breite vom Auflieger eines LKW’s blockiert, der neben seiner Funktion als Straßensperre am nächsten Tag der Band gleichzeitig als Bühne dienen wird und trotz des schlechten Wetters ist das kleine Dorf erfüllt vom Dröhnen der Motoren der nun im Minutentakt eintreffenden Biker.

Egal ob man jemanden kennt oder nicht, scheint es jeden zu freuen das man da ist und Jean Claude Passetemps lässt es sich als Veranstalter des Treffen nicht nehmen nahezu jeden im Ort mit einem kräftigen Händedruck persönlich zu begrüßen. Die Gruppe um Jean Claude Passetemps, der im ehemaligen Schulgebäude von Mecrin unter dem Namen School Bar Atelier seine Werkstatt betreibt und das Swap Meet vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat, hat sich 2011 als 176. Chapter dem legendären Boozefighters MC angeschlossen. Einem 1946 im Kalifornischen San Diego gegründeten Motorrad Club, dessen Mitglieder am 4. Juni 1947 im Verlauf des inzwischen schon legendären  „Hollister Bash“ den Grundstein zum Mythos der 1% legten. Doch im Gegensatz zu den eher düster und bedrohlich wirkenden Backpatches anderer MC’s ziert das Zentrum des Boozefighters Patches die Darstellung einer Wiskeyflasche und gibt damit eines der zentralen Ziele und Themen der Boozefighters wieder. Motorrad fahren, sich mit Gleichgesinnten treffen, gemeinsam trinken, feiern und Spaß haben.

Sonntag, 6. Mai

Das die Boozefighters um Jean Claude Passetemps mit dieser Einstellung richtig liegen, wird durch die Freundschaft zu zahlreichen MC’s belegt, die Mecrin am jedem ersten Sonntag im Mai aufsuchen, um sich in der friedlichen Atmosphäre französischer Lebenskultur zu begegnen, zu feiern und Spaß zu haben.

Nachdem sich am Vorabend der Himmel über Mecrin bis in die Morgenstunden hinein tatsächlich zu einem sinnflutartigen Regen geöffnet hatte und ich dem sonntäglichen Treffen eher mit Zweifel begegne, stellen die Franzosen bereits in den frühen Morgenstunden ihre Qualität in Richtung Zuversicht und Glaube an das Gelingen des Treffens unter Beweis.

In Bezug auf die Motorräder, die sich im Laufe des Treffens dicht an dicht am Straßenrand versammeln, gilt auch in diesem Jahr, das der eigenen Kreativität gegenüber eines aus dem Katalog zusammen geschraubten Chrom überladenen „Bling Bling“ Gehabes mehr als deutlich der Vorzug gegeben wird. Eine Erfahrung die der eine oder andere anwesende Teilehändler möglicherweise erst noch verarbeiten und zuordnen muss. So bleibt durchaus hochwertig verarbeitetes und darum auch entsprechend teures Kustom Zubehör im Stil der im Augenblick immer noch extrem angesagten alten Schule in der Summe unbeachtet auf dem Tresen liegen, während sich altes Blech, das sich mit Hilfe eines Brenners und beherzter Hammerschläge willig in eine neue Form treiben lässt, für einen angemessenen Preis weiterhin gut verkaufen lässt.

Da es den Besuchern des Swap Meet’s an Fantasie nicht zu mangeln scheint, hat sich das Angebotssegment brauchbarer Teile die in den nächsten Wochen und Monaten in irgend einer Hinterhof Schrauberbude einer möglichen neuen Funktion zugeführt werden, bis zum erreichen der Mittagsstunde soweit ausgedünnt, das für mich die Meditation auf das eine oder andere Motorrad wieder in den Vordergrund rückt. In Anlehnung an den Filmtitel „Männer die auf Ziegen starren“ könnte man das hier von mir und einigen Gleichgesinnten an den Tag gelegte Sehverhalten als „Männer die auf Schrauben starren“ bezeichnen.

Wenn es darum geht die Inhalte der Faszination zu beschreiben, die eine geschraubte, eine genietete oder eine geschweißte Verbindung an eine motorisierten Fahrzeug auf einen Mann ausüben kann, der in der Lage ist seinen Blick auf das Wesentliche zu fokussieren, ist die Zahl der Möglichkeiten vermutlich unendlich. Aufgrund der von mir inzwischen gesammelten Erfahrungen, teile ich die Summe dieser Möglichkeiten zunächst in zwei Oberkategorien oder Gruppen ein. Die eine Gruppe besteht aus den „Das könnte man auch anders machen!“ Männern. Die zweite Gruppe besteht aus denjenigen, die sich mit der Frage beschäftigen „Warum ist das so gemacht worden?“. Eine Frage und thematische Beschäftigung die in der Folge dazu führt mehr oder weniger lange mit dem Blick an einer Stelle zu verweilen und eben auf Schrauben oder ähnliches zu starren. Ich fühle mich der zweiten Gruppe zugehörig.

Die Frage nach dem für und wieder beider Gruppen soll hier keine bewertende Rolle spielen. Das man im Grunde alles auf vielfältigste Art und Weise machen kann, dürfte jedem der selber schraubt klar sein. Die Qualität des Ergebnisses hängt dabei stark vom technischen Entwicklungsstand, den praktischen Möglichkeiten und natürlich auch von der Kreativität und Vorstellungs- und Umsetzungskraft des einzelnen Schraubers ab.

Das Bedürfnis zu verstehen warum jemand etwas genau so und nicht anders gemacht hat, geht dabei weit über die Feststellung hinaus, das man es selbstverständlich auch anders hätte machen können und benötigt den Einsatz von Zeit und Ruhe, die es braucht um Zusammenhänge erkennen und Gedankenschritte nachvollziehen zu können. Eine Zeit, die sich heute kaum noch jemand gibt und eine Ruhe, die sich heute kaum noch jemand gönnt. Wobei ich einen deutlichen Unterschied zwischen dem „sich Zeit geben“ und einem „sich Zeit nehmen“ mache, doch das ist eine andere Geschichte.

Gibt man sich die Zeit und gönnt sich die Ruhe, kann das dabei Erfahrene zu einem Zustand tiefer Zufriedenheit und innerer Befriedigung führen. Dabei bin ich mir darüber im Klaren, das solche Gedanken in einer von echten Männern bestimmte Domaine durchaus zu schwerwiegenden Problemen auf der intellektuellen Verständnisebene führen kann. Gerade weil mein erster Text zur 13. Swap Meet in Mecrin in den einschlägigen Internetforen bereits als Schwul angehaucht bezeichnet wurde, rechne ich damit das der Inhalt dieses Textes gerade im Bereich der echt harten Kerle unter den Bikern auf Unverständnis stoßen wird. Doch da es in meinen Texten ausschließlich um Dinge geht, die ich aus meiner Sicht, meinem Interesse und meinem Verständnis beschreibe, bitte ich um Verständnis, das ich nicht jeden einzelnen Leser, selbst wenn ich es wollte, auf der geistigen Ebene abholen kann, auf der sich dieser gerade befindet und verweise bei einem mangelnden Verständnis gegenüber des Inhalts, auf die Sprache der Bilder die diesen Text illustrierend begleiten.

Betrachte ich die Bikes in Mecrin und auch die dazugehörigen Biker, wird mir schnell bewusst, das sich hier ein Mangel an finanziellen Möglichkeiten auf der einen und ein hoher Grad an Freude am Schrauben mit Hilfe einfachster Mittel auf der anderen Seite, zu einer extremen Dichte an geradezu Genial wirkender Originalität verbindet, die zumindest meinem inneren Kompass einen ordentlichen Schub in Richtung einer Kreativität gibt, die ohne den Wunsch eines Zukaufs teurer Katalogteile auskommt. Einer Kreativität die keiner großen Investitionen bedarf, um die Räder ans Rollen zu bringen und trotzdem einen großen Anteil an Spaß und persönlicher Individualität beinhaltet.

Auf der Rückfahrt, die ich trotz des hinter Metz einsetzenden Regens entspannt genieße, fühle ich mit frei und leicht. Mit den in Mecrin gesammelten Eindrücken im Rücken, freue ich mich auf die bevorstehenden Treffen. Ich freue mich auf die Begegnung mit Mr. Ghost, dem Japaner der mir in Bottrop während der Kustom Kultur mit seinem Schleppinsel ein paar Linen auf mein Schutzblech ziehen wird. Die Räder die während der Hot  Rod & Cutsom Show im belgischen Chimay oder im englischen Cranleigh während des Hot Rod Hayride rollen werden. Die Biker die sich während des Treffens der Choppertown Nation in Kaldenkirchen begegnen und gegenseitig inspirieren werden. Ich freue mich auf die Begegnung mit all denen, die die Herbst- und Wintermonate dazu genutzt haben ihre Träume zu leben, auf Schrauben zu starren, ihre Ideen ins Blech zu treiben und ihrer Fantasie Räder zu verleihen und nun damit zufrieden sind, das diese Räder so rollen wie sie rollen.

Die Frage des Sparens in Duisburg ist damit leider nicht beantwortet oder gar gelöst. Doch wäre es vielleicht hilfreich solange auf Bäder, Hallen oder Theater zu starren, bis einem bewusst wird, was man von all dem tatsächlich benötigt, um zu einem zufriedenen, glücklichen und genügsamen Leben finden zu können und die Anteile des nicht zum Leben benötigten Luxus zugunsten des Schuldenabbaus schlicht streicht und über diesen Schuldenabbau möglicherweise sogar den Weg zu einer neuen, anderen Form der Lebensqualität zu finden.
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